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Eine kleine Erklärung zu Rollenspiel auf XIMIG für XIMIG-Nutzer
Wichtiges in Kürze
Vor einer Weile wurde ein hauptsächlich von Rollenspielern genutzter Chatserver geschlossen. Die Ximig-Administration erklärte sich freundlich bereit die heimatlos gewordenen Chatter aufzunehmen und darüber hinaus sogar ein paar Modifikationen an Ximig vorzunehmen, die das Rollenspielen vereinfachen.
Bitte Klammern verwenden!
Daraus ergeben sich im Moment ein paar Irritationen und Ärgernisse auf beiden Seiten. Am Unfreundlichsten ist es, wenn ihr einen Rollenspielraum betretet, selbst nach Aufforderungen jegliche 'normale' Unterhaltung nicht in Klammern zu setzen.
Die Klammern dienen dem Zweck Unterhaltung von Spiel zu trennen. Ohne Klammern handeln die Charaktere, was in Klammern steht sagt der Nutzer hinter dem Charakter. Als Beispiel:
Slice: *seufzt leise und schüttelt den Kopf* du hast gesehen, was er gemacht hat. Eraxel: "Eben." *brummt leise und schneidet das Fleisch energischer* "Es ist beides keine Lösung." Slice: wenn das so weitergeht, kann er in ein paar Jahren seine Hände nicht mehr benutzen. Eraxel: *nickt entschieden und schiebt das fertige Fleisch zu ihr, um sich dem Lauch - ja, es gab tatsächlich welchen - zu widmen* Ariyenne: (Sorry, muss mal kurz weg) Slice: (Bis nachher) Slice: *brät das Fleisch und die Zwiebeln an und setzt die Suppe auf* Eraxel: "Tja, also sage ich in diesem Fall, auch wenn er es nicht will...es ist besser für ihn."
Ihr seht also, das in den Klammern hat mit dem Thema vorher und nachher nichts zu tun. Es dient der Übersicht normale Unterhaltung - die auf ein Minimum beschränkt werden sollte - in Klammern zu setzen.
Wer diese Bitte hartnäckig ignoriert, wird in Zukunft ohne weitere Vorwarnung aus dem Raum Hagbrunn geworfen.
Ausführlicheres
Welches sind die Rollenspielräume?
Erkennbar sind sie meist an ihren sprechenden Namen mit Bezug zur Tavernenwelt (Eine eigenständige Welt an der sich Raum und Zeit überschneidet, sowohl Fantasy- als auch ScienceFiction- oder Jetztzeit-Elemente vorhanden sind). Häufige Rollenspielräume sind zum Beispiel:
Taverne zum Wanderer
Forest Manor
See hinter der Taverne
Vor der Taverne
Hinter der Taverne
Männerwirtschaft
Irgendwo am See
Waldwege
Wald
Dorian Gray
Cody Dojo
Helmers Home
Hagbrunn (Und jeder Raum in dem 'Hagbrunn' als Raumnamensteil vorkommt, z.B. Hagbrunn - Ariyennes Zimmer)
Diese Räume sind auch immer Rollenspielräume. Das heisst es bringt ganz und gar nichts jeden Tag mal vorbeizuschauen und zu fragen ob jemand chatten mag. Dort findet nie normaler Chat statt, absolut nie!
Warum schliesst ihr nicht ab, wenn euch Leute die mal reinkommen und normal chatten stören?
Weil die Rollenspiel-Räume offen für andere Rollenspieler sind und diese sie ohne Hindernisse betreten können sollen. Normale Chatter bitten wir um die Höflichkeit einen offenen Raum nicht als Einladung zu sehen, sondern als Möglichkeit der Teilnahme als Spieler.
Darf ich mitlesen?
Wenn ihr bei uns mitlesen wollt um euch auf eine eigene Teilnahme am Rollenspiel vorzubereiten, kein Problem. Wer nur mal 'Rollenspieler schauen' gehen will, halte sich bitte entfernt.
Darf ich mir eure GBs ansehen?
Ja! Ja und JA!
Merkwürdigerweise scheinen die allgemeinen Verhaltensregeln in Ximig zu besagen, das man sich andere GBs nicht einfach so und ungefragt ansieht, wenn man dennoch reinblickt eine Nachricht hinterlässt. Rollenspieler verwenden die GBs um Informationen zum Charakter abzulegen die offensichtlich sind. Also findet ihr dort meist wie ein bestimmter Charakter aussieht, welche Kleidung er meistens trägt oder manchmal auch, welche Besonderheiten an ihm zu spüren sind.
Einige Spieler stellen auch kurze Texte ins GB, die die Art des Charakters erzählerisch beschreiben sollen.
Alles ist dazu gedacht gelesen zu werden, zur Not jeden Tag von Neuem, wenn man eben nochmal nachlesen möchte wie Charakter XYZ nun nochmal genau aussah, statt das die immer gleichen Beschreibungen bei jedem Spieler der den Raum neu betritt erneut gepostet werden müssen. Es sind auch keine entschuldigenden Nachrichten in den GBs von Nöten. Sie sind da um gelesen zu werden und beim Anspiel zu helfen. Punkt.
Darf ich mitspielen?
Prinzipiell ja. ABER!
Dazu ein paar Bemerkungen:
- Es ist keine gute Idee mit einem Real-Char ins Rollenspiel zu gehen.
- Bitte legt euch einen neuen Login fürs Spiel an und denkt euch einen Charakter mit Hand, Fuß und Hintergrund aus. Mehr als ein 'Ich bin ein niedliches, kleines Ding mit rosa-getupftem, grünen Fell' sollte schon für ein sinnvolles Spiel drin sein.
Aus welchem System oder Hintergrund der Charakter stammt ist erst einmal gleichgültig. Aber! Die Rasse Mensch ist für Einsteiger immer zu empfehlen.
- Götter, Dämonen, Wesen mit extremen Fähigkeiten sind gerade für unerfahrene Spieler nicht geeignet und werden selbst bei erfahrenen Spielern von den Mitspielern meist nicht geschätzt.
Antagonisten, das heisst böse Charaktere, bieten meist nicht genug Potential für ein Zusammenspiel und sind daher eine schlechte Idee. Um einen Antagonisten in nicht-destruktiver Weise zu spielen gehört viel Erfahrung.
Das ein Charakter irgendwie dunkel und düster ist, ist nicht gerade ein sonderlich kreativer oder seltener Charakterzug
- Identifiziert euch nicht zu sehr mit dem erschaffenen Charakter. Achtet darauf das er nicht euch entspricht.
- Achtet auch darauf, das er nicht zu sehr dem entspricht wie ihr gerne sein würdet.
- Achtet darauf das ihr euch in den erschaffenen Charakter hineindenken könnt. Z.B. einen Drow zu spielen, nur weil Drow cool sind, ohne den konkreten Hintergrund der Rasse auch nur zu kennen, ist eine schlechte Idee. Kannst du dir wirklich vorstellen wie sich jemand fühlt der mehrere hundert Jahre alt ist? Wenn nein, spiele einen jungen Charakter. Kannst du dir wirklich vorstellen wie es ist eine Elfe zu sein, ein Ork, eine Fee? Wenn nein, spiele diese Rassen nicht. Und so weiter.
Um einen Charakter erst mal irgendwie einzuspielen, sucht man am Besten einen allgemeinen Ort auf wie die Taverne zum Wanderer.
Vorher mal über http://www.tavernezumwanderer.de/ drüberlesen.
- Der Sinn des Spiels ist nicht beständiges Gegeneinander-Kämpfen, auch nicht gleich am ersten Tag gleich die komplette Geschichte des anderen Charakters verbraten zu bekommen. Denkt und fühlt euch in den Char ein. Was würd _er_ tun? Und nicht was wünscht ihr euch das er tut!
Bevor du auch nur darüber nachdenkst im Raum Hagbrunn mitzuspielen lese Hagbrunn/Mitspielen bitte vollständig durch!
Warum ist es nicht sinnvoll wenn ich als Real-Char spiele oder wenn ich mich selbst spiele?
Im Rollenspiel ist nicht immer alles Sonnenschein und eitel Freude und sei es nur das der Ork inbrünstig erklärt das sein Lebensziel ist 999 Elfenohren zu sammeln und die Ohren der anwesenden Elfen seiner Sammlung hinzufügen möchte oder Ariyenne (siehe Hagbrunn/Ariyenne) mal wieder einen schlechten Tag erwischt hat und alle anrüffelt.
Es ist wichtig dass du weist das nicht DU als Mensch gemeint bist, sondern der Charakter den du darstellst. Aus dem gleichen Grund solltest du dich nicht zu sehr mit deinem Charakter identifizieren.
Dinge die wir gar nicht mögen
Sinn- und verständnislose Gästebucheinträge
Seit die Zahl der Rollenspieler in Ximig stieg, häuften sich auch die absolut überflüssigen Gästebucheinträge in denen - unterstrichen durch hysterisch-verklemmtes Gelächter - der jeweilige Inhalt kommentiert wurde. Natürlich nicht ohne zu erwähnen das Rollenspieler alles Idioten sind, die in ihrer Freizeit Realitätsverlust betreiben.
Mag sein das ihr Rollenspieler für die großten, realitätsfernen Idioten haltet.. Fakt ist nur: Es interessiert uns nicht!
Also regt euch auf wo ihr wollt, aber spart euch die Zeit einen Eintrag in ein Gästebuch eines Rollenspielchars zu stellen, sondern geht lieber ganz real mit dem Hund spazieren, wo ihr doch soviel Wert auf Realität legt *lächel*.
Signoff mitten im Spiel
Selbst wenn ihr dringend wegmüsst, bitte nehmt euch die Zeit euren Charakter herauszuspielen. Es ist nur fair für eure Mitspieler, wenn ihr nicht mitten im Satz einfach verschwindet. Oder würdet ihr beim Monopolispielen mit euren Freunden zuhause, mitten im Zug einfach wortlos aufstehen und rausrennen?
Rollenspiele sind ansteckend? Rollenspielen und die liebe Sucht
In sämtlichen GB oder Forums-Beiträgen fällt sofort auf das ein Zusammenhang scheinbar zwangsläufig gezogen wird. Rollenspieler sind entweder krank oder süchtig oder beides.
Aber werfen wir doch einmal einen kleinen Blick zurück:
Deutschland, ein kleines Dorf, irgendwann zwischen 1803 und 1812 |
Die Gebrüder Grimm sind nur die bekanntesten Vertreter derjenigen die Märchen, Sagen oder Fabeln niedergeschrieben haben und wir empfindet diese überlieferten Geschichten dunkler Winterabende heute als wertvollen Bestandteil unserer Kulturgeschichte.
Rollenspiele sind - meistens - Erzählspiele und damit gar nicht so weit entfernt von der früher hoch geschätzten Erzählkunst. Ob sich die Spieler nun am heimischen Tisch treffen, im Jugendzentrum, im Stadtpark oder im Chat. Man findet zusammen und entwickelt gemeinsam eine neue Geschichte. Auch heute fliessen in die Geschichten alltägliche Erfahrungen und Probleme ein und Wölfe die versuchen Mutter Erde vor dem Einfluss des Wyrms zu retten sind durchaus eine Antwort auf die Umweltzerstörung, oder Runner die für einen ausbeuterischen Mega-Konzern arbeiten eine Antwort auf die Schattenseiten der Globalisierung.
Ob und wie weit ein Spieler seinen Alltag in die Spiele einbaut und verarbeitet, bleibt jedem selbst überlassen, stellt aber eine durchaus kreative Art der Problembewältigung dar. (Solange das nicht in Problemflucht mündet, beispielsweise indem man den unschlagbaren Superman spielt, weil man sich im echten Leben für ein kleines Würstchen hält.)
Fakt ist: Der einzige Unterschied zwischen uns und den anderen ist die Tatsache das wir nicht den TV anschalten um fremde Geschichten an uns herantragen zu lassen oder aus einem Buch ablesen. Wir erschaffen.
Ist das ansteckend? Durchaus. Kreativität befruchtet, aus diesem Grund waren viele Autoren, Drehbuchautoren, Regisseure, Maler, Spieleautoren, Fotografen.. und so weiter.. in ihrer Jugend oder auch noch dem Erwachsenenalter Rollenspieler.
Das glaubt ihr nicht? In vielen Werken sind mannigfaltige Anspielungen versteckt, die nur Rollenspieler verstehen können, weil sie auf Stereotypen oder häufige Situationen wärend eines Spieles hinzielen.
Stellvertretend sei hier eine Anspielung aus der Serie Angel genannt:
Gunn: Then let's make it memorable.
Spike: And in terms of a plan?
Angel: We fight.
Spike: Bit more specific?
Angel: Well, personally, I kinda want to slay the dragon.Quelle: http://en.wikiquote.org/wiki/Angel
Hier wird das klassisch, ungeplante Vorgehen einer normalen Rollenspielgruppe im Angesicht eines überlegenen Gegners treffend auf die Schippe genommen. Ähnliche Anspielungen ziehen sich durch die komplette Serie.
Ob man diese Ansteckung und die daraus folgende mögliche Prägung der Spieler nun gut oder schlecht findet, bleibt jedem selbst überlassen. Es sollen aus Rollenspielern auch schon ganz langweilige Statistiker geworden sein. Belegbar.
Und die Sucht?
Jedes neue, für die Mehrheit unverständliche, Hobby das in der Lage ist eine Gruppe Leute zu faszinieren und in großen Enthusiasmus zu versetzen, zieht über kurz oder lang einen oder mehrere Wissenschaftler an, die in diesem neuen Trend eine Sucht zu erkennen glauben: Shoppingsucht, Internetsucht, Chatsucht, (Computer-/Rollen-)Spielsucht, Sexsucht.
Fakt ist: Jede Betätigung die in der Lage ist einen Menschen mit schnellen und häufigen Erfolgserlebnissen oder intensivem emotionalen Input zu versorgen, kann den Betroffenen süchtig nach diesen Gefühlen machen. Dies greift aber hauptsächlich dann, wenn im Leben desjenigen ein eklatanter Mangel an angenehmen Erlebnissen und/oder sozialer Interaktion besteht.
Darum stehen gewisse Menschen gerne in der Öffentlichkeit - weil sie den positiven Input brauchen, die Leute die ihnen zuhören, den Applaus. Das gilt für Festzeltredner genauso wie für Politiker oder einen Marktschreier aus Leidenschaft. Nennen wir sie deswegen süchtig? Nennen wir die Hausfrau süchtig, die über dem Klatsch übern Zaun mit der Nachbarin das Mittagessen anbrennen lässt oder vergisst die Wäsche zu waschen? Nennen wir die Leute süchtig, die nicht glücklich sein können wenn sie nicht innerhalb eines Vereins mindestens ein kleines Pöstchen bekleiten? Nennen wir den Pfau einer Gruppe süchtig, der sich bei jeder Gelegenheit in den Vordergrund spielen muss? Nein, im Grunde nicht. Dabei zeigen all diese Personen Merkmale von Sucht. Sie brauchen etwas und davon vielleicht mehr als andere.
Solange sich Menschen Dinge die sie brauchen in einer Weise holen, die niemand anderem schadet und die ihr eigenes Leben nicht beeinträchtigt, die sie weder den Job kostet, noch den Gerichtsvollzieher ins Haus treibt, noch die Kinder verwahrlosen lässt.. solange ist es ein Hobby. Wird ein Hobby übertrieben betrieben und dadurch zur Sucht, sind die Probleme im eigentlichen Leben zu suchen und zu beheben, bis das Hobby wieder nur zum Hobby wird.
Wer vom Rollenspiel lässt, ohne die im Leben zugrundeliegenden Probleme zu lösen, wird direkt zur nächsten Sucht greifen um den Mangel zu überdecken. Statt Rollenspielen zum Beispiel zwanghaft einkaufen oder den ganzen Tag vor Soap Operas verbringen.
Würde man versuchen das Rollenspielen als Ursache aller Probleme einfach abzustellen, wäre es gleichbedeutend bei Tuberkulose einen Hustenstiller zu verordnen, aber die Antibiotika wegzulassen. Der Umkehrschluß, dass alle Rollenspieler Süchtige sind, weil einige wenige ihre Sucht im Rollenspiel stillen, ist nicht zulässig.
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